Wenn Wärme aus der Leitung kommt …

Was in großen Städten Fernwärme heißt, ist bei uns die Nahwärme. Intelligente Projekte, die mit moderner Technik echte Vorteile für alle angeschlossenen Kunden bieten. Hier einige Meilensteine der GWN:

2008 Erstes Nahwärmenetz mit vollständig regenerativer Wärmeversorgung in Nümbrecht-Büschhof
2008 Einführung regenerativer Wärmelieferung auch für Einzelobjekte
2012 Kalte Nahwärme Sohnius-Weide
2013 Planung Nahwärmeerschließung Benroth
2014 Planung Nahwärmeerschließung Homburg-Bröl unter Nutzung von Kläranlagenabwärme
2017 Verlegung der Kalte-Nahwärme-Trasse in der Hauptstraße Nümbrecht
2018 Erschließung Neubaugebiet Holunderweg

Büschhof

In diesem Ortsteil steht unser ältestes Projekt. Hier wurde in enger Zusammenarbeit mit den engagaierten Hausbesitzern in einem Bestandsbaugebiet eine so genannte heiße Nahwärmeinsel mit modernen Luft-Wasser-Wärmepumpen geschaffen. Insgesamt 9 Objekte sind an dieses Nahwärmeprojekt angeschlossen

Kalte Nahwärme …?

Kein Widerspruch, sondern modernste Technik, die für warme Häuser sorgt. Hierbei wird durch eine spezielle Sole-Leitung Energie aus einer (oder mehreren) Umweltwärmequellen zum Verbraucher – der Wärmepumpe – im zu beheizenden Objekt geführt. Die Umweltwärme wird durch einfache, nicht isolierte Kunststoffleitungen in ca. 1,5 m Tiefe durch ein umweltverträgliches Gemisch (die Sole) in einem geschlossenen Kreislauf transportiert.
Betrieben wird die Anlage durch regenerativ erzeugten Strom, in den Häusern kommen hocheffiziente Sole-Wasser-Wärmepumpen zum Einsatz. Das Ergebnis: 100 % regenerative Wärme. Mit nur geringfügigen Änderungen an der bisherige Wärmeverteilung (Wandheizkörper, Fußbodenheizung) kann übrigens an hochsommerlich heißen Tagen auch kostengünstig gekühlt werden.

Die GWN bietet vom reinen Umweltwärmebezug bis hin zum Wärme-Contracting (Rundum-Sorglos-Paket) eine Vielzahl von Möglichkeiten.

Gebiet Sohnius-Weide

In diesem Baugebiet sind seit 2012 etwa 20 neue Häuser entstanden. Das Nahwärmeprojekt wurde im März 2017 von der Energieagentur NRW als »Projekt des Monats« vorgestellt. Insgesamt wurden hier etwa 1,2 km Soleleitung verlegt. Neben der Wärme aus dem Boden (oberflächennahe Geothermie) kommt zusätzlich auch eine solarthermische Anlage zum Einsatz.

Neubaugebiet Holunderweg

Das seit 2018 in Betrieb befindliche Neubaugebiet Holunderweg ist technisch ähnlich aufgebaut wie die Sohnius-Weide. Im Endausbau werden hier 25 neue Häuser entstehen.

Ausblick: Neue geförderte Projekte

Kalte Nahwärme Homburg-Bröl, Göpringhausen und Huppichteroth. Dieses Projekt wird vom Bund mit etwa 1 Mio. Euro gefördert, der Umsetzungsbeginn ist für das Jahr 2020 geplant. Die technische Umsetzung ist ähnlich wie bei der Sohnius-Weide, allerdings sollen hier Bestandsgebäude mit Ihrem zumeist hohen Heizwärme- und Vorlauftemperaturbedarf an ein kaltes Nahwärmenetz angeschlossen werden. Ein weiterer Unterschied: zusätzlich zur Geothermie soll die Abwasserwärme der Kläranlage verwendet werden.
Damit das Projekt stattfinden kann, müssen mindesten 25 Anwohner gefunden werden, die sich an das Wärmenetz anschließen wollen. Der große Vorteil: die bisher genutzte Heizanlage wird dabei vollständig durch das neue System ersetzt und mit vergleichsweise geringfügigen Änderungen an der bisherige Wärmeverteilung (Wandheizkörper, Fußbodenheizung) kann an hochsommerlich heißen Tagen auch kostengünstig gekühlt werden. Ab Juli 2019 wird es dazu Informationsveranstaltungen geben.

Region Oberberg Kalte Nahwärme Benroth. Für diese Projekt liegt bereits eine Förderzusage über 187.200 € vor, der Umsetzungsbeginn ist für Ende 2019 geplant. Auch hier sollen alte Heizungsanlagen im Bestandsbau ersetzt werden. Um das Projekt zu starten, müssen mindestens 10 Anwohner gefunden werden, die sich an das Netz anschließen wollen.